BILD-Artikel über Rohkost

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Alex Skirde 23. Aug 2016

Am 19.08.2016 erschien der unten angehängte Artikel in einer großen deutschen Tageszeitung (die mit 4 großen Buchstaben) - mit der Überschrift:

"VERBRAUCHERZENTRALE WARNT - So gefährlich kann Rohkost sein"

Mit großem Schmunzeln las ich den angehängten Bericht. Berichte dieser Art kursieren momentan sehr zahlreich und auf sämtlichen Kanälen im Internet und in der Presse, daher möchte ich kurz hierauf eingehen. 

Rohkost - was ist das überhaupt? Lebendiges Essen v.a. aus der Pflanzenwelt - voller Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien, wertvollen Aminosäuren (also Proteinen) und vielen weiteren tollen Inhaltsstoffen - alles im ganzheitlichen Zusammenspiel in bester Bioverfügbarkeit. Unbehandelte LEBENSmittel - und hitzeempfindlich. Ab einer Temperatur von 42°C werden z.B. Proteine denaturiert, d.h. unwiderruflich verändert, Vitamine und Mineralstoffe verlieren einen Teil ihrer Wirksamkeit und Antioxidantien haben nur noch eine verringerte Schutzwirkung etc... 

Nun wird in dem Artikel vor einigen rohköstlichen Lebensmitteln gewarnt.

Grundsätzlich gilt: man sollte nur das essen, was einem schmeckt - egal ob roh oder erhitzt. Hat man eine Abneigung gegen ein Lebensmittel, dann isst man es besser nicht. Gerade im Rohzustand gilt das z.B. für Kartoffeln, Auberginen, grüne Bohnen, Rhabarber und auch für Holunderbeeren. Wieso sollte man sie also roh verzehren?

Allerdings haben diese Lebensmittel als FRISCH GEPRESSTER ROHER SAFT durchaus eine "Daseinsberechtigung". Erstaunliches hierzu findet man in dem Buch  "Frische Frucht- und Gemüse-Säfte" von Norman W. Walker. So hat roher Kartoffelsaft z.B. eine exzellente Reinigungswirkung auf unseren Körper. Roher Kartoffelsaft gemischt mit frischem Karotten und Selleriesaft ist - Zitat - "ein Segen für alle, die an Magen-, Nerven- und Muskelbeschwerden leiden, z.B. an Gicht und Ischias".

Frisch gepresster roher grüne Bohnensaft ist laut Walker für Diabetiker von besonderem Nutzen, da sie insbesondere zusammen mit frischem rohen Rosenkohlsaft - Zitat - "Bestandteile des natürlichen Insulins liefern". Er weist jedoch auch ausdrücklich darauf hin, dass bei Diabetes auf konzentrierte Stärke- und Zuckerprodukte verzichtet werden sollte. Anzumerken ist, dass die grüne Schlangenbohne durchaus roh genossen werden kann (wie z.B. in Asien) - diese enthält extrem wenig Phasin mit ihren negativen Wirkungen (Übelkeit, Erbrechen etc.) im Vergleich zu unseren heimischen grünen Bohnen.

Rhabarber enthält sehr viel Oxalsäure. Oxalsäure sollte nach Walker NIEMALS erhitzt werden - dann wird sie zum "Komplex-Bildner" und kann Nierensteine, Knochenabbau, Kalziummangel etc. verursachen. Im Roh-Zustand kann Oxalsäure die Darm-Peristaltik anregen. Rhabarber schmeckt mir roh nicht - warum sollte ich ihn also roh essen? Und erhitzter Rhabarber aktiviert die Oxalsäure stark negativ - DAS wird in dem Artikel NICHT erwähnt.  Genauso wenig, dass alle Kohlsorten, Mangold, Spinat, Petersilie, Schnittlauch, rote Beete etc. ebenfalls viel Oxalsäure enthalten und daher NICHT erhitzt verzehrt werden sollten. 

Auch Auberginen schmecken mir roh nicht - warum sollte ich sie also roh essen? Manchmal hobel ich sie hauchdünn, marinier sie mit einer Mischung aus Olivenöl und Tamari (glutenfreie Sojasauce) und trockne sie einige Stunden im Dörrgerät bei 37°C schön knusprig. Damit ist sie zwar immer noch Rohkost, aber ab und zu genossen ein leckerer Snack.

Sprossen sind ein echtes SUPERFOOD! Vital- und Mineralstoff-Bomben, voller Enzyme, Lebendigkeit, Kraft! Die Inhaltsstoffe sind hitzeempfindlich und sollten besser nicht erhitzt werden. Zieht man die Sprossen - idealerweise aus Bio-Samen - selbst, is(s)t man auf der sicheren Seite. Dann braucht man keine Angst vor Erregern & Co zu haben und kann das Powerfood unbeschwert genießen - z.B. einfach pur, als Salat oder als Topping auf diversen Gerichten. 

Beeren esse ich am liebsten frisch - roh - und wenn Saison ist. Dann braucht man nicht auf TK-Ware zurückgreifen, bei der das für den Einfrier-Prozess benötigte Wasser ggf. verunreinigt sein kann. Möchte man Beeren mit in den Herbst und Winter nehmen, kauft man sie am besten großzügig während der Saison und friert sie dann selber ein. Das ist günstiger und man is(s)t auch hier wieder auf der sicheren Seite. Aus TK-Beeren kann man himmlisches Rohkost-Eis machen: einfach die tiefgefrorenen Beeren mit ganz wenig Wasser (damit die Klingen greifen können) im Mixer mixen. Fertig. Erhitzt man Beeren, gehen auch hier die wertvollen Inhaltsstoffe zum Großteil verloren: Vitamine, Antioxidantien etc... Das wäre schade. 

Fazit:

In meinen Augen zeigt der Artikel einen sehr einseitigen Blickwinkel.

ROHKOST ist die ursprünglichste Ernährungsweise des Menschen.

Hier wird unterschwellig der Eindruck vermittelt, dass Rohkost jedoch nicht sinnvoll ist. Der Tenor geht klar in Richtung erhitzte Lebensmittel - das macht leider nicht überall Sinn: z.B. verlieren Sprossen und Beeren einen Großteil ihrer Vital- und Mineralstoffe, Enzyme, Antioxidantien etc. - Lebensmittel, die hingegen Oxalsäure enthalten, sollten grundsätzlich nie erhitzt werden und nur ROH genossen werden.

Weitere Informationen rund um Rohkost sind hier hinterlegt.

Ich vermisse die Warnung z.B. vor Convenience Food, Mikrowellen-Nahrung, Fast Food etc... 

Sinnvolles sollte man teilen..